Depotstandort im „Müsli“ – Was in der Presse nicht zu lesen war

Der Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich (Nr. 644 vom 4. Juni 2014) hält – in einem nicht öffentlichen Beschluss – fest. dass der Depotstandort ursprünglich im Asp geplant war, auf Gemeindegebiet Spreitenbach parallel zur Mutschellenstrasse, der sich gemäss städtebaulichen Impulsen als besser geeignet erwiesen hatte.

Nun stellte es sich heraus, dass mit Kosten für die Sanierungs- und Entsorgungskosten von 25 – 30 Mio. Franken zu rechnen ist, die in der Kreditvorlage von 700 Millionen Franken nicht enthalten sind!

Diese Kosten der im Hinblick auf eine spätere städtebauliche Entwicklung des Gebietes Asp wünschenswerten Altlastensanierung würden zum Zeitpunkt anfallen, an dem das Depot erstellt wird, ohne dass diesem bereits ein entsprechender Nutzen gegenüberstehen würde. Eine tragfähige Lösung zur Vorfinanzierung der Altlastensanierung konnte nicht gefunden werden.

Aufgrund der unverhältnismässigen Kostendifferenz im Vergleich zu den Erstellungskosten für das Depot hat der Regierungsrat entschieden, den Standort „Müsli“ weiterzuverfolgen…

Die Bodenbelastungen in diesem Gebiet sind seit Jahrzehnten bekannt. Es stimmt sehr nachdenklich, dass die Abklärungen der Projektverfasser dermassen oberflächlich waren, dass schon beim ersten Detailprojekt grössere Überraschungen zu verzeichnen sind, die zu dilettantischen Planänderungen führen. Befürchtungen, dass bei der bevorstehenden Detailprojektierung noch weitere Belastungen des Erdreiches in diesem Gebiet anzutreffen sind, können nicht von der Hand gewiesen werden. Ist die Ausgangslage im „Müsli“ besser?

Um die Beeinträchtigung des Freihaltezwecks möglichst gering zu halten, sei die Anlage direkt angrenzend an den Rangierbahnhof Limmattal zu erstellen und der Flächenbedarf sei auf das betrieblich mögliche Mindestmass zu begrenzen… um an anderer Stelle zu schreiben: Für den Fall einer möglichen zukünftigen  Verlängerung der Limmattalbahn nach Baden ist eine Erweiterungsmöglichkeit für zehn weitere Zweirichtungsfahrzeuge (Planung zur Zeit für 14 Fahrzeuge) vorzusehen.

Um bei Max und Moritz zu bleiben: Dieses war der zweite Streich und der nächste folgt sogleich.

Merke:

  • Der Regierungsrat wählt aus schieren Kostenerwägungen (ca. 3.5 % des gesamten Projektkredites) eine umweltzerstörende Variante!
  • Der Kanton Aargau ist nicht bereit, Umweltschäden aus früheren Jahren zu eliminieren. Vielmehr soll weiteres Kulturland zerstört werden; aber das liegt ja im Kanton Zürich…
  • Es scheint, als ob die Gemeindebehörden unkritisch alles akzeptieren, was die kantonalen Projektverfasser vorlegen.

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