Eine Perspektive für das Limmattal – Wirklich?

Leserbrief zur Analyse „Eine Perspektive für das Limmattal“, Tages Anzeiger vom 03.11.2015
(in blau kursiv, was die Redaktion des Tages Anzeigers gestrichen und nicht publiziert hat)

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Die Ablehnung der Limmattalbahn hat mit Angst oder Heimatgefühl gar nichts zu tun. Es wird doch noch erlaubt sein, die Sinnhaftigkeit eines Projektes, für das wir mehrere 100 Millionen Franken bezahlen müssen, zu hinterfragen – wobei es egal sein dürfte, ob es sich um Gemeinde-, Kantons- oder Bundesgelder handelt. Mit der Aussage, die Bahn sei jeden Rappen wert, „sonst würden wohl (?) weder Bund noch Kanton … derart fraglos hinter dem Projekt stehen“  trifft Helene Arnet die Wahrheit nicht ganz. Der Bund hat die Mitfinanzierung „aus Gründen der Bau- und Finanzreife zurückpriorisiert“ (Schreiben von Bundesrätin Doris Leuthard vom 14.03.2014). Mit Recht: Wir haben kürzlich die 2. geänderte Auflage der Plangenehmigungsunterlagen erlebt. Die Herrschaften vom Kantons- und Regierungsrat hingegen stehen „fraglos“ hinter dem Projekt. Dabei haben wir schon in der Sesamstrasse gelernt: Wer nicht fragt, bleibt dumm.

Zu hinterfragen wäre so viel: die Prognosen bezüglich der Bevölkerungs- und Fahrgastzahlen, die Notwendigkeit des Anschlusses des Spitals Limmattal und der Kantonsschule, die Erforderlichkeit eines schienengebundenen Verkehrsmittels, die zukünftigen Investitionsmöglichkeiten entlang des Trassees der LTB (Der Verweis auf die Glattalbahn ist unsinnig!) und –natürlich- die tatsächlichen Investitionen und Betriebskosten.

 Die LTB ist übrigens ein rein regionales Projekt. Von den insgesamt 646,6 Mio. Franken, die zur Abstimmung stehen, fliesst kein Rappen in ein Projekt ausserhalb des Limmattals.

Es ist kaum zu glauben, dass Frau Arnet so naiv ist anzunehmen, dass die politischen Exponenten der Region, unsere „Volksvertreter“, wissen und tun, was für das Limmattal gut ist. Wie so üblich in der Politik zieht auch hier eine Lobby die Fäden – in diesem Fall ist es die Baulobby. Der Kanton nimmt die Probleme der Region ernst? Das mag ja sein, aber mit der Limmattalbahn wird kein Problem gelöst.

 Irene Brunner, Schlieren

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