Es stinkt um die Limmattalbahn

Rund um die Limmattalbahn darf es in den nächsten Jahrzehnten weiter stinken.

Anfang September informierten die VBZ, dass sie im Limmattal aufrüsten werden: Fahrplanausbau, dynamische Informationsanzeige, Haltestellen sauberer halten (Dietikon lässt grüssen) und Erneuerung der Busflotte mit Standard- und Gelenkbussen der Marken MAN und Mercedes.

VBZ rüsten im Limmattal auf

So viel des Guten machte mich stutzig. Ich wollte mich erkundigen, landete zuerst aber auf der Webseite des ZVV – Zentralschweizer Viehhändlerverband, also bei den Viehhändlern, die man früher oft zu Unrecht an den Pranger gestellt hat.

Auf meine Anfrage an den Zürcher Verkehrs Verbund, warum Dieselfahrzeuge und keine Hybridbusse eingesetzt werden, erhielt ich die nachstehende Antwort:

Vielen Dank für Ihre Anfrage zur Busbeschaffung im Limmattal. Es freut uns, dass Sie mit dem öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich unterwegs sind.

Unsere Abklärungen bei der verantwortlichen Stelle der Verkehrsbetriebe Zürich VBZ haben ergeben, dass seit einiger Zeit im Verbundgebiet einzelne Hybridfahrzeuge unterwegs sind, wodurch sich wertvolle Erkenntnisse mit der Hybridtechnik gewinnen lassen. Die von Ihnen erwähnten 17 neuen Fahrzeuge kommen alle bei der Limmat Bus AG zum Einsatz. Als Transportbeauftragter der VBZ betreibt die Limmat Bus AG am Standort Dietikon gut 30 Fahrzeuge. Die Erneuerung der Fahrzeugflotte betrifft somit rund die Hälfte aller Fahrzeuge. Im Interesse einer möglichst homogenen Flotte, hat man sich entschieden Dieselbusse zu beschaffen. Diese entsprechen der aktuellen Euro 6 Abgasnorm und verbrauchen spürbar weniger Treibstoff im Vergleich zu den bisher eingesetzten Modellen.

Falls Sie wieder einmal eine Anregung, eine Beschwerde oder auch ein anderes Anliegen haben, sind wir täglich … erreichbar.

Nun ja, wenn sie nicht den Normen entsprechen würden, dürften sie ja gar nicht fahren… Ich hoffe nur, dass bei den Dieselbussen richtig gemessen wird.

  • Homogene Flotte ist wichtiger als Umweltschutz!
  • Die Busse im Limmattal werden also weiterhin die Luft und die Passagiere verpesten.
  • Kein Protest der Stadt- und Gemeindebehörden, der Gemeinderäte und der befürwortenden Parteien.
  • Kein Aufschrei der Grünen, der Linken und den anderen „Umweltschützern“ und Experten des öffentlichen Verkehrs. Haben sie diese Presseorientierung überhaupt gelesent?

Im Gegensatz zur Stadt Luzern haben die VBZ haben schon vor vier Jahren die Chance vertan, als sie trotz 2000 Watt-Gesellschaft auf Hybridbusse verzichteten. Schon 2011 sagten die VBZ: „Wenn die heutigen Dieselbusse 2017 ausgewechselt werden müssen, werde man sämtliche Optionen prüfen“ und „Die Entwicklung geht mit Siebenmeilenstiefeln voran.“

  • Warum tauschen die VBZ Ihre Erfahrungen nicht mit anderen Schweizer Verkehrsbetrieben aus und bleiben fortschrittlich und führend?
  • Warum kommen keine Schweizer Busse zum Einsatz?
  • Warum bestellt man gerade  jetzt? Und warum erneut Dieselfahrzeuge? Und diese wohl für die nächsten 20 Jahre!

Im April mokierte ich mich über einen Dietiker SVP Gewerbler mit dem Stinkbus. Er hatte mit seinem Spruch doch gar nicht so Unrecht. Nur hat er wohl die Busse verwechselt, Diesel, Hybrid, Trolley, Elekto und induktive Elektrobusse. Es ist eben nicht ganz so einfach.

Die Entwicklung geht wohl mit Siebenmeilenstiefeln an einer sinnvollen Ersatzbeschaffung der Limmatbusse vorbei. Ich werde deshalb den Verdacht nicht los, dass bei gewissen Verantwortlichen der VBZ ähnliche Verhältnisse wie bei Viehhändlern oder bei Sportverbänden herrschen:
Es stinkt – und es wird nichts geändert!

Ein Gedanke zu “Es stinkt um die Limmattalbahn

  1. Von einem interessierten Bürger bin ich heute gefragt worden, ob ich die Seite gewechselt hätte und ob ich mich jetzt auch für die Limmattalbahn einsetze, da Busse ja stinken. Natürlich nicht. Aber es geht ja gar nicht um die Alternative zur unnötigen, teuren und gefährlichen Limmattalbahn.
    Es geht um die heute und in Zukunft notwendigen Zubringerbusse zur S-Bahn, welche unsere Städte und Dörfer verpesten, derweil die umweltfreundlicheren Busse nur in der Stadt Zürich eingesetzt werden.

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