Limmattalbahn betreibt „Humustourismus“

Wie wir bereits früher berichtet haben, wurde das geplante Depot für die Limmattalbahn aufgrund der zu grossen Sanierungs- und Entsorgungskosten vom Kanton Aargau von Spreitenbach auf das Gebiet Müsli auf Kulturland Ecke Rangierbahnhof  Mutschellen-Strasse nach Dietikon abgeschoben. Warum muss der Kanton Aargau nicht mehr zur Realisierung beitragen, wenn die Bahn eines Tages bis Baden weiterfahren soll? Aber eben: Spreitenbach muss kein Industriegebiet oder Kulturland hergeben…

Wie gestern unter anderem auch der az Limmattaler Zeitung zu entnehmen war, hat das Bundesgericht den Kanton Zürich gerügt, weil er das Raumplanungsgesetz des Bundes nicht richtig umgesetzt hat, das eine Kompensationpflicht vorschreibt, wenn  Landwirtschaftsflächen ausserhalb des Siedlungsgebietes beansprucht werden.

Und oh Wunder! Die Verantwortlichen der Limmattalbahn AG haben im Knonaueramt Ersatz gefunden; auf dem Gebiet der Gemeinde Maschwanden, aufgeteilt auf zwei Parzellen (siehe Bild).  Diese Parzellen werden schon heute landwirtschaftlich als Fruchtfolgeflächen (FFF) genutzt. Kulturland wird ganz einfach durch Kulturland an einem anderen Ort ersetzt! Entsteht da eine zweite Etage, oder wie wird das Kulturland von Maschwanden, das nun Ersatz für Land im Limmattal wird, ersetzt? Ein Landwirt in der Umgebung wundert sich über das Unvorstellbare,  dass Kulturland durch anderes Kulturland ersetzt wird. Es bleibt zu hoffen, dass in Bern das BAV (Bundesamt für Verkehr) dieses Spiel durchschaut.

Das Wort ersetzen kommt von Ersatz, das heisst neues Kulturland an einem andern Ort Land finden, und nicht vorhandenes Kulturland finden. Unmittelbar neben diesem Kulturland befindet sich eine ehemalige Kiesgrube, die aufgefüllt werden muss…

Übrigens die Distanzen zum vorgesehenen Fruchtfolgeflächen-„Ersatzland“: Via Autobahn ca. 30 km, ohne Autobahn ca. 39 km. Was hilft das Dietikon und wo blieb der Aufschrei der Grünen?

Warum wird das Erdmaterial  nicht auf dem Dach des Depots angebracht?

Ergänzungen der Redaktion:

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