Limmattalbahn-Podiumsdiskussion: „Die Nerven liegen blank“

Podiumsdiskussion im Stadthaus Dietikon vom 1. September 2015

Die „Podiumsdiskussion“ wurde von den Befürwortern der LTB völlig einseitig organisiert, – die Gegner durften sich nur an den Kosten für den Apéro beteiligen – mit einem sich in den Vordergrund drängenden (auswärtigen!) Moderator, der viele Argumente der Befürworter nicht verstanden und nicht hinterfragt hat, so zum Beispiel auch die vielen Hinweise auf die völlig anders gelagerte Entwicklung der Glattalbahn.

Die Nerven liegen wohl eher bei den Befürwortern blank, die mit verschiedenen Zwischenrufen glänzten. Und mit den erneuten persönlichen und polemischen Angriffen von Kantonsrat Rochus Burtscher sowie mit vorbereitenden Fragen „aus dem Publikum“, vom ehemaligen Stadtplaner von Schlieren an seine Parteikollegin Joss.

Viele Fragen, welche die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger echt interessieren,  wurden gar nicht angeschnitten:

  • Was bringt die Limmattalbahn der Bevölkerung? Ganz konkret?
  • Wird das Zentrum nicht schon in der mehrjährigen Bauphase kaputt gemacht?
  • Können wir uns den Kauf und Abbruch von mehreren Häusern im Millionenwert leisten?
  • Wird das Oberdorf mit unzumutbarem Mehrverkehr auf der Steinmürli- und der Windeggstrasse nicht auch kaputt gemacht (Stau ist angesagt)?
  • Während der ganzen Veranstaltung wurde ein Bild mit leuchtenden Kinderaugen projiziert. Als ob sie das alles verstanden hätten! Bedroht sind aber unsere Kinder! Über mehrere Jahre auf dem Schulweg auf der Schöneggstrasse, zu einer geplanten Deponie zwischen dem Schulhaus und den Wohnhäusern.
  • Wird sich Dietikon von dieser Bauphase je wieder erholen?
  • Ist es nicht Erpressung, wenn die seit Jahrzehnten geforderten und dringend notwendigen Strassenbauten (Engstringerkreuzung) nur ausgeführt werden, wenn der Limmattalbahn zugestimmt wird?
  • Müssten die Strassenbauten nicht vorgezogen werden, damit Dietikon in der Bauphase vom Verkehr entlastet wird?
  • Die Gefahren und der Mehrverkehr, welche die LTB mitbringt, waren kein Thema.
  • Wie konnte der Stadtrat von Dietikon akzeptieren, ein geplantes Depot für die Limmattalbahn von Spreitenbach auf unersetzbares Dietiker Kulturland zu verschieben, weil die Entsorgung für den Kanton Aargau zu teuer gewesen wäre?
  • Müssen wir Zürcherinnen und Zürcher den Spekulanten in Spreitenbach die Zufahrt zu den Monsterüberbauungen, dem Shoppi, dem Tivoli, der Ikea und einem neuen Hotel finanzieren?
  • Müssen wir die Aargauer ÖV-Probleme lösen?
  • Wird diese Bahn jemals von Killwangen weiter geführt werden?
  • Warum wurde nicht hinterfragt, weshalb im Kredit von 755 Millionen Franken das Rollmaterial nicht erwähnt ist?
  • Warum verheimlicht der Stadtrat Dietikon, die aus dem Betrieb der Limmattalbahn entstehenden Kosten? Warum sagt er nichts zu den jährlich wiederkehrenden Defizitbeiträgen und zu notwendigen Steuererhöhungen?
    Der Stadtrat von Schlieren hat auf eine Kleine Anfrage von Tom Grädel einen jährlichen Betrag von 750’000 Franken angegeben.

Die Befürworter haben eine grosse Chance vertan. Aber mit derart schwachen Argumenten war dies eigentlich zu erwarten.

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