Sind unsere Züge wirklich „überfüllt“?

Da fuhr ich gestern mit der S3 um 07:15 nach Zürich und zählte im Bahnwagen die stehenden Passagiere und diejenigen, die glaubten, sie müssen für sich allein zwei Plätze in Anspruch nehmen.

Und siehe da. Es hätte wohl auch in den Stosszeiten genügend Sitzplätze. Sind die Züge oft nur “überfüllt“, weil rücksichtslose Bahnreisende anscheinend schon im Zug mit ihren Büroarbeiten beginnen müssen? Die mit ihren drei (!) Hand- und Laptop-Taschen einen zweiten Sitz belegen und sich selbst dann keinen Deut darum kümmern, wenn neben dem mit Gepäck belegten Fenstersitz jemand stehen bleibt! Die Dame neben mir musste ja auch noch telefonieren! Ich hätte sie gerne fotografiert, aber der dunklen Hautfarbe wegen hätte man mich dann wohl als Rassist bezeichnet.

Interessant ist auch, dass etliche Zusteigende gar keinen Sitzplatz suchen und sich sofort, ein jeder auf seine eigene Art mit Handy, Notebook oder Zeitung in der Nähe der Türe einrichtet, wohl nur deshalb, damit sie nach nur wenigen 10 oder 15 Minuten als erste die Bahn wieder verlassen können.

Und was mir anschliessend im Niederflur-Bus 80 ins Triemli auch noch auffiel. Kein Gedränge. Es wurde mir im Bus auch diesmal nicht schlecht (wie unserer Dietiker Kantonsrätin). Der Bus brachte mich in zügiger ruhiger Fahrt auch noch näher ans Triemli-Spital als das Tram.

Wie ist das denn bei uns geplant?

Da erinnere ich mich an die – nicht nur morgendlichen – Zugsfahrten in London, Paris und New York, was „überfüllt“ und „Gedränge“ heisst und wo Leute beim hautnahen und drückenden Körperkontakt und seltsam duftenden Mitreisenden Atembeschwerden entstehen und es einem wirklich schlecht werden kann.

Hugo Panzeri

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